Kurt
Erstzulassung April 1968; Aufgewachsen in Linz/Donau hat es mich 1994 beruflich  nach Salzburg verschlagen. Seit 1996 wohne ich mit Verena in Oberndorf b.  Salzburg. Den Motorradführerschein machte ich schon mit 16 Jahren. Aber bis auf wenige  Tage/Wochenenden an denen wir uns ein Motorrad ausgeliehen haben bin ich nicht  zum Motorrad fahren gekommen. 2001 kaufte ich mit Verenas Segen eine Varadero XL1000V ... und seit damals hat  mich der Virus so richtig gepackt. Aus Wochenendausflügen, wurden erst einwöchige, und dann mehrwöchige Touren.  Und der Aktionsradius hat sich stetig vergrößert. Waren es erst Touren in den nahe  liegenden Alpen, so wurden im Laufe der Zeit daraus Touren nach Sizilien, in die  Länder des Balkans, in die Türkei und nach Spanien. Mein größter Traum aber ist eine mehrmonatige Tour nach Zentralasien entlang der historischen Seidenstraße. MOTORRADUNFALL MIT FOLGEN Am 3. Juli 2015 hatte ich mit der Africa Twin einen  schweren Unfall bei dem die Twin zerstört wurde. Ein entgegenkommender PKW-Fahrer hat scheinbar  versucht noch vor mir abzubiegen und hat mir als  geradeaus fahrenden den Vorrang genommen, sodass  die beiden Fahrzeuge frontal miteinander kollidierten. Meine Twin legte sich erst auf die Motorhaube des PKW, wurde vom diesem ca. um eine PKW-Länge entgegen  meiner Fahrtrichtung in die Kreuzung geschoben und  rutschte dann wieder vom PKW runter und kam “Up  Side Down” entgegen meiner ursprünglichen  Fahrtrichtung auf der Straße zu liegen. Ich selbst flog ca. 12 m und landete auf dem Rücken. Der Lenker des PKW blieb unverletzt. Bei mir blieb das leider nicht so. Bei mir waren folgende Verletzungen zu verzeichnen: - Schienbeinkopf des rechten Schienbein gebrochen  (wurde erst in der 3. Woche meines  Krankenhausaufenthaltes diagnostiziert!) - Rißquetschwunde an beiden Unterschenkeln - Beckenringfraktur mit Trümmerbruch beider  Schambeinäste und Ausriss des rechten Illioskralelenks  - 9 Rippenbrüche - 3 gebrochene Brustwirbel (4 - 8 - 12); 4 Brustwirbel  Trümmerbruch, versteift von 2. - 6. Brustwirbel - Finger 3, 4, u. 5 der linken Hand luxiert - Bruch des Dreieckbeines (Os Triquetrum) des linken  Handgelenks Nachdem mich der Notarzthubschrauber von der  Unfallstelle in das Landeskrankenhaus SALZBURG  geflogen hatte, traf ich ca. 75 Minuten nach dem Unfall im Schockraum des Krankenhauses ein. Nachdem ich dort durchgeröngt worden war, kam ich in den OP. Dort wurde in einer gut sechsstündigen  Operation erst der Trümmerbruch meines 4.  Brustwirbels versorgt, und anschließend mit einem  externen Fixateur mein Becken provisorisch in Form  gebracht und fixiert. Nach der Operation kam ich in die Intensivstation, wo  ich für fünf Tage bleiben musste. Am 4. Tag in der Intensivstation wurde ich dann  nochmal, diesmal endgültig, am Becken operiert. Dabei wurde mir eine ca. 40 cm lange “Platte” mit 10  Schrauben implantiert um einerseits das Becken  endgültig zu fixieren und andererseits die Bruchstücke  der mehrfach gebrochenen Schambeinäste zu  stabilisieren. Die Operation dauerte abermals ca. 6,5  Stunden. Nach fünf Tagen in der Intensivstation wurde ich auf  die Normalstation der Unfallchirurgie/Chirurgie  West/LKH Salzburg überstellt. Dort musste ich dann 6,5 Wochen ausschließlich am Rücken liegend verbringen. Wobei bereits am 2. Tag meines dortigen Aufenthaltes mit physiotherapeutischen  Maßnahmen zum Erhalt der Beweglichkeit der Gelenke und zur Kräftigung der  betroffenen Muskeln begonnen wurde. Das Training umfasste Übungen mit Tera-Gummibändern, später dann auch noch  Hanteln und ein sogenanntes Bettrad. Nach den 6,5 Wochen Bettruhe durfte ich mich dann erstmalig wieder aufsetzen. Mein Gott, was war das für ein Gefühl. Mein Herz   arbeitete auf Höchstleistung um den Körper, der seit  mehr als sechs Wochen nur in der waagerechten gelegen war wieder mit Blut zu versorgen bzw. das Blut in  Zirkulation zu halten. Trotzdem sackte das Blut in die  Beine. Auch die Venen waren es nicht mehr gewohnt, das Blut nach oben zu pumpen. Und erstmalig seit der  Operation spürte ich, dass irgend etwas in meinem  Rücken bzw. in meiner Wirbelsäule nicht stimmte. Denn  schon bald tat mir der Rücken in jenem Bereich in dem  die Brustwirbel versteift waren weh. Ebenfalls merkte  ich mit Bestürzung, wie stark meine Kraft in den Beinen  geschwunden war. Mit dem normalen, gewohnten Krafteinsatz war es mir  nicht möglich die Beine/Füße vom Boden hoch zu heben. Dann ging es innerhalb von einer Woche rasch Schlag auf  Schlag. Nach dem ersten kurzen aufsetzen, nahm ich  dann meine Mahlzeiten erstmalig seit über sechs Wochen wieder im sitzen ein. Aber nach 10-20 Minuten sitzen  war ich dann schon froh, wenn ich mich wieder  niederlegen konnte. Schon fünf Tage nach dem ersten aufsetzen, übte ich mit meinem Physiotherapeuten das wechseln auf den  Rollstuhl, was über-  raschender Weise recht gut  funktionierte. Und der Rollstuhl eröffnete  mir ganz neue Perspektiven. So konnte ich das erste mal   wieder selbständig die  Toilette besuchen, und, seit  fast 7 Wochen mein Zimmer, im übertragenen Sinne  meine Gefängniszelle aus  eigener Kraft verlassen. Der Rollstuhl eröffnete mir  mit Verenas Hilfe auch  wieder am richtigen Leben teil zu nehmen. Und so  besuchten wir die Cafeteria des Krankenhauses um  wieder einmal einen richtig guten Kaffee zu trinken.  Und wir verließen sogar unerlaubter Weise einmal das  Krankenhausgelände um uns eine Halbe Bier vom   Augustinerbräu schmecken zu lassen. Doch auch bei meiner  Mobilität gingen die  Fortschritte weiter voran. So überredete mich mein  Physiotherapeut schon einen  Tag nachdem ich lernte auf  den Rollstuhl über zu  wechseln, aufzustehen und mich mit einem Gerät  namens Taurus mich auf meinen eigenen Beinen fort zu  bewegen. Und nur wenige Tage später -  um genau zu sein, ein  Wochenende danach - ging  ich schon mit Krücken. Es  waren zwar jeweils nur wenige Meter bzw. wenige  Minuten, und es war auch ziemlich anstrengend, aber  ich ging wieder aus eigener Kraft. Was für ein Gefühl,  welch ein “Sieg des Willens”. DIE REHABILITATION Am 25.8., also rund 7,5 Wochen nach dem Unfall wurde  ich aus dem Krankenhaus entlassen und in das AUVA-  Rehazentrum Bad Häring überstellt. Dort sollte dann  meine weitere Genesung “in Angriff” genommen  werden. Die nächsten “9,5 Wochen” waren ganz anders als im  berühmten Film mit Kim Basinger und Mickey Rourke. Sie waren geprägt von Physiotherapien, Ergotherapien, Wassergymnastik,  Entspannungsübungen, Krafttraining, Paraffin kneten, Schmerzen, Genugtuung über erzielte Erfolge bzw. Fortschritte und Niedergeschlagenheit bei der Erkenntnis  darüber was mir noch nicht möglich ist. Nach zwei Wochen meines  Aufenthaltes in Bad Häring  bekam ich Besuch vom VAT,  das diesmal in Tirol statt  fand. Herzlichen Dank  dafür auch noch mal an  dieser Stelle! Am 3. Wochenende nahm mich ein Leidensgenosse, der nach Hause fuhr, bis  Salzburg mit. Und so verbrachte   ich nach 10 Wochen Abwesenheit  das erste Wochenende wieder  einmal zu Hause. Es war ein  schönes Gefühl. Und erstmals konnte ich das  Wrack meiner Africa Twin aus  nächster Nähe begutachten, weil  das Wrack noch immer vor  unserem Haus stand, da es der  Sachverständige der gegnerischen Versicherung noch immer nicht  begutachtet hatte. Ein Wahnsinn, welche Kräfte hier gewirkt haben. Beim Anblick des Tanks, den mein Becken  verformt hatte schauderte es mich. Am Sonntag fuhr ich dann selbst mit dem Auto wieder nach Bad Häring. Von den  Ärzten gab es keine Einschränkung, und ich fühlte mich fit genug dazu. Aber nach  gut 1,5 Stunden Fahrzeit war ich dann schon froh, dass ich wieder aussteigen  konnte und mich bald danach in mein Bett legen konnte. Am 4. Wochenende meines Rehaaufenthaltes kam  Verena mit unserem Opel Movano noch einmal auf  Besuch nach Bad Häring. Am Samstag machten wir erst einen kleinen  Einkaufsbummel in Wörgl, danach machten wir einen  Ausflug in das Hochtal Wildschönau und gingen ein paar  Meter in die Kundler Klamm. Am Abend waren wir richtig hungrig und  gingen gut essen, und leisteten uns einmal so  richtig gute Steaks vom argentinischen Rind. Am Sonntag besuchten wir dann die Altstadt von Hall i.   Tirol. Es ist eine schöne Altstadt ... aber aufgrund des  Pflasters ist die Mobilität leider sehr eingeschränkt,  wenn man mit dem Rollstuhl unterwegs ist. So musste  ich zwangsläufig alles selber gehen, was dann aber mit  Fortdauer des Ausflugs schon recht anstrengend wurde. Hier ein paar Bilder von der Altstadt. Aber auch sonst haben wir es uns trotz unserer Leiden und Beschwerden gut gehen  lassen. Am 29.10. wurde ich dann trotz anhaltender starker Schmerzen in der rechten  Hüfte in die häusliche Pflege entlassen. Und so bin ich seit 30.10.15 mit einer kurzen Unterbrechung Anfang Jänner noch bis  12.9.16 zu Hause im Krankenstand. NACHTRAG Leider ist die ganze Sache noch nicht ausgestanden. Am 15.4. brach mir beim  abwärts stufensteigen der äußere  Tibiakopf des rechten Schienbeins in einer  Trümmerfraktur. Das ganze passierte als ich mit dem neuen Kennzeichen und der § 57a-Plakette für mein neues Motorrad, die CRF1000L, die ich vom Obergeschoß  unseres Reihenhauses geholt hatte in das Erdgeschoß ging. Der Bruch verursachte höllische Schmerzen. An ein selbständiges erreichen des KH  Oberndorf war nicht zu denken, obwohl ich nicht einmal 100 m davon entfernt  wohne. Also musste ich mit der Rettung dorthin gebracht werden. Nach einem  Röntgen war schnell klar, dass es sich um eine ziemlich schwere Verletzung handelt und, dass das KH Oberndorf nicht in der Lage war die OP am selben Tag  durchzuführen. Also wurde ich in das LKH Salzburg/Chirurgie West - dort wo ich ich  letztes Jahr 7,5 Wochen verbracht hatte - überstellt. Ich kam auch wieder in die  selbe Abteilung - das Pflegepersonal dort begrüßte mich gleich wie einen alten  Bekannten. Noch am Abend/Nacht des selben Tages wurde ich operiert  und der Bruch wurde mit einer Platte und 10 Schrauben  fixiert. Die OP scheint gut verlaufen zu sein, auch wenn die  Ärzte nur von einem akzeptablen Ergebnis sprachen und  einer zu mir gesagt hat, “So wie mit 17 wird es nicht mehr  werden.” Naja, es reicht, wenn es so wie mit 45 wird.  Niederschmetternd für mich war die postoperative  Behandlung ... 8 Wochen Liegegips vom Oberschenkel bis zu den Zehen (vielleicht ab der 5. Woche aus dem Gips heraus  eine Mobilisierung des Knies mit Motorschiene) und weitere  2-4 Wochen keine Belastung des rechten Beines. Das heißt,  dass ich bis Mitte Juli und länger mit Krücken unterwegs  sein werde. Am Sonntag wurden mir dann die Drainageschläuche  entfernt, am Montag nochmal ein Kontrollröntgen und ein Verbandswechsel  gemacht. Am Dienstag übte ich mit dem Physiotherapeuten der mich auch schon  letztes Jahr betreut hatte das einbeinige Stiegen steigen mit Krücken. Da ich das  aber vom letzten Jahr noch recht gut konnte hatte ich dabei auch keine Probleme.  Die Schmerzen waren auch auf ein Ausmaß gesunken, so dass man sie mit  Schmerztabletten und ohne Infusionen behandeln konnte und so beantragte ich eine Entlassung in häusliche Pflege mit Dienstag, 19.4. Am 26.4. wurden dann die Nähte  der Operationswunde entfernt und ich bekam einen normalen Gips. Und seither  liege ich zu Hause herum und kämpfe mit der Langeweile. Am 8.6. wurde der Gips entfernt und ich durfte das rechte Bein die nächsten beiden Wochen mit 5kg belasten. Aber ich konnte mit meinem Physiotherapeuten beginnen die Beweglichkeit des Knies zu verbessern. Das waren jeweils recht mühsame und  schmerzhafte Therapieeinheiten. Nach diesen beiden Wochen durfte ich das Bein erst mit 30 kg und nach einer  weiteren Woche mit 50 kg belasten. Als diese insgesamt vier Wochen vergangen  waren durfte ich das Bein wieder voll belasten - aber ich traute mich nicht. Zu sehr hatten sich die Schmerzen in mein Gehirn eingebrannt als der Schienbeinkopf in  Trümmern weggebrochen war. Am 20.7. fuhr ich dann wieder zur Rehabilitation nach Bad Häring. Dort blieb ich für sechs Wochen bis zum 30.8. Und wieder war ein Sommer vorbei gegangen, ohne  dass ich eines meiner Hobbies ausüben hätte können. Dafür ging bei der  Beweglichkeit und bei der Belastung meines Knies bzw. des rechten Beines wirklich  viel weiter. Den September nutzten Verena und ich vor allem  dazu wenigstens ein bissl Zeit miteinander zu  verbringen und es uns ein wenig gut gehen zu lassen. So fuhren wir z.B. ins Waldviertel um dort die  schönen, warmen Tage zu genießen und mit unseren  E-MTB’s ein wenig Rad zu fahren. Am 26.9. musste ich mich wieder in das Krankenhaus legen, weil mir das Metallimplantat aus der  Brustwirbelsäule entnommen wurde. Der  postoperaive Verlauf war fast komplikationslos.  Lediglich ein Hämatom das sich gebildet hatte  musste ich nach 1,5 Wochen öffnen lassen. Die Schmerzen in der Wirbelsäule wurden nach der  Metallentfernung zwar besser, aber verschwunden  sind sie noch nicht. Und so hoffe ich auf die zukünftigen Physiotherapien und  hoffentlich auf eine weitere Rehabilitation in Bad Häring.
Unfallendposition Unfallstelle aus meiner Fartrichtung gesehen Mein gebrochenes Becken nach der Operation Brsutwirbelsäule nach der Operation Meine Brustwirbelsäule vor der Operation Meine linke Hand mit luxierten 3. u. 4. Finger. Der kleine Finger wurde bereits an der Unfallstelle durch den Notarzt wieder eingerenkt. Besuch am Samstag Besuch am Sonntag In der Kundler Klamm zurück